Enfin le printemps und endlich wieder ein Blogeintrag
Ich liege gerade in einer Hängematte, die mit den französischen Nationalfarben geschmückt ist und könnte wahrscheinlich fast nicht glücklicher sein. Denn der Frühling ist auch hier anscheinend endlich angekommen. Es gibt zwar immer mal wieder ein paar regnerisch-kalte Rückschläge, aber nun gut… Ich für meinen Teil habe heute aber zumindest das erste Mal draußen gegessen und morgen wird gegrillt :D Allerdings auf französische Weise, mit viel Wein und Entenherzen. Mein Versprechen, dass ich alles probieren werde, würde ich manchmal ganz gerne zurücknehmen, muss ich zugeben. Ich habe nämlich das Gefühl, dass Franzosen fast alles essen, was sich bewegt. Von Pferd über Hase über Krabben, die lebend gekauft werden und dann erbarmungslos ins kochende Wasser geworfen werden, bis hin zu Vögeln und eben Entenherz. Es ist angeblich très bon, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht so ganz überzeugt bin.
Ansonsten kann ich sagen, dass Franzosen dem Ruf ihrer Küche gerecht werden. Ich esse gut, mit viel Fleisch und Butter und natürlich Baguette, fromage und Wein. Es ist unheimlich gut, aber es gibt Tage, an denen es mir unheimlich zum Hals raushängt. Aber so ist das ja immer…
Da die französische Küche wie gesagt nicht schlecht ist, versucht mich meine Gastmutter in deren Geheimnisse einzuweihen. Bisher mit nicht ganz hoffnungslosem Erfolg, allerdings glaube ich schon, dass sie manchmal auch nur denkt „Ouh là là, quelle horreur“. Sie hat sich für ihre Kochstunden nämlich leider kein Naturtalent rausgepickt. Mir muss man wirklich alles erklären. Es ist furchtbar^^ Allerdings fangen die Kochstunden an Erfolg zu bringen. Ich bin fleißig am Kochen und bin mittlerweile in der Lage einige (der unendlichen) französischen Grundrezepte zu zaubern. Mama; Papa: Ihr dürft euch offiziell freuen! Außerdem bin ich im Moment voller Tatendrang um in Deutschland ein Essen à la française zuzubereiten. Mit Apéritif und Entrée und Plat principal und Dessert und eben allem was dazu gehört. Da können wir uns in Deutschland nämlich noch was abschauen. Nett Kaffeetrinken ist schon nicht schlecht, aber im Vergleich zu den Franzosen doch schon eher lahm. Wenn meine Motivation also nicht verschwindet, könnt ihr euch schon mal bei mir anmelden ;)

Ein kleiner Einblick in die französische Dessertkultur

…und die französische Weinkultur

kleingehackte Krabbe
Abgesehen vom Essen kochen muss ich allerdings zugeben, dass ich zurzeit recht faul bin. Hinter mir liegen nämlich bereits 3 Wochen Ferien, die ich jetzt mal versuchen werde zu rekapitulieren.
Zu Beginn war ich eine Woche mit meinem Lycée in Barcelona. Seit der Woche bin ich strikt gegen komplett fremd-organisierte Reisen (Obwohl ich das eigentlich schon immer war. Aber vor der Reise hatte ich zumindest noch einen Funken Hoffnung, dass es nicht ganz so schlimm ist, wie es sich anhört) und 17-stündige Busfahrten. Ich glaube allerdings, dass man das nachvollziehen kann, oder braucht da noch jemand näherführende Beschreibungen?! In Barcelona war allerdings wunderschönes Wetter und es ist einfach eine schöne Stadt!












Débile auf französisch=schwachsinnig|Débil auf Spanisch=schwach Wir fanden das alle zum totlachen
Danach lag ich erstmal einige Tage komplett krank im Bett, bis ich dann am Donnerstag mit meinen Gasteltern Richtung Clermont-Ferrand gefahren bin um deren (äußerst amüsante) Tochter zu besuchen. Besagte Tochter ist 25 Jahre alt, arbeitet in der Autorennabteilung (verzeiht mir dieses bescheuerte Wort, aber mir ist keine andere Übersetzung eingefallen) von Michelin (Autoreifen, der coole Autoreifenmann, ihr wisst schon…), wohnt mit ihrem Freund zusammen und hat ein Jahr in Deutschland gelebt. Auf dem Weg haben wir noch einen Zwischenstopp beim Vater meiner Gastmutter in Châtellerault eingelegt, der der hatte an dem Tag zufälligerweise Geburtstag. Erinnert ihr euch noch an den vorherigen Absatz, in dem ich gesagt habe, dass ich manchmal mein Versprechen, dass ich alles probieren werde, gerne zurücknehmen würde?! Das Geburtstagsessen war definitiv einer dieser Momente. Denn bei der alten Generation Frankreichs ist es noch wesentlich schlimmer mit den ungewohnten Essgewohnheiten. Mir wurde also Schweinekopfssülze vorgesetzt, und das fand ich dann schon bedenklich… Aber gut; ich habe es überlebt und der Schokoladenkuchen hingegen war himmlisch.
Nun aber zurück zu Clermont-Ferrand, einer Stadt, die ich nicht unbedingt als schön bezeichnen würde. Allerdings ist die Region um Clermont-Ferrand unheimlich fantastisch. Dort ist übrigens auch die Volvic-Quelle, die wir ganz touristenmäßig besucht haben. Außerdem gibt es ein äußerst lustiges Attraktionsmuseum über Vulkane: http://www.vulcania.com/ Das ist ein ganz bisschen wie Babelsberg, nur eben für Vulkane.
Weitere Erinnerungen an das verlängerte Wochenende bestehen größtenteils aus Essen. Denn ich glaube ich habe noch nie so viele Kalorien an einem Wochenende zu mir genommen habe. Fragt bitte nicht, wie ich das geschafft habe. Ihr würdet es mir eh nicht glauben :P
Eine Sache habe ich noch vergessen: RUGBY! Ich glaube, darüber habe ich noch gar nichts geschrieben… Rugby ist in Frankreich eine ziemlich große Sache. Vor allem im Süden. Da ist das mindestens so groß wie Fußball in Deutschland. Dementsprechend war der Pub auch sehr voll als Clermont-Ferrand gespielt (und gewonnen) hat. Als ich das hier jedoch das erste Mal im Fernsehen gesehen habe, habe ich fast einen Schock bekommen, denn es ist schon recht brutal. http://www.youtube.com/watch?v=Mb97tspN_AQ Aber es macht auch unheimlichen Spaß! Das weiß ich, weil ich es jetzt im letzten Trimester in Sport mache. Es ist eigentlich echt schade, dass sich in Deutschland fast keiner dafür interessiert. Menschen umzurennen macht nämlich wirklich viel Spaß :D Und wenn man die Regeln einmal so ungefähr verstanden hat, ergibt das Spiel auch einen Sinn.
Nach dem Wochenende in Clermont-Ferrand haben wir noch einen Zwischenstopp in Beaunes eingelegt. Dort gibt es ein unheimlich wundervolles mittelalterliches Krankenhaus (http://www.hospices-de-beaune.com/index.php/hospicesdebeaune/L-Hotel-Dieu/Le-Musee) zu besichtigen, und jedem der einmal die Möglichkeit hat dort vorbeizuschauen kann ich das nur empfehlen. Es lohnt sich! Außerdem haben wir die Weinfelder in der Gegend „besichtigt“ und ich glaube, ich habe noch nie so viel Wein auf einem Fleck gesehen. Es ist unglaublich, genauso wie der Wein unglaublich gut ist…
Vielleicht hat ja irgendjemand auf der Karte verfolgt, wo ich war. Falls ja: Ja; meine Gasteltern sind leicht verrückt was das Autofahren angeht. Sie haben definitiv keine Angst davor zig Kilometer im Auto zu verbringen. Bis nach Châtellerault fährt man nämlich ca. 4h, weiter bis nach Clermont-Ferrand 3h30. Von Clermont-Ferrand nach Beaune: 2h30, von Beaunes bis nach Quimperlé 8h. Außerdem sträuben sie sich auch nicht davor einen Tagesausflug nach Bordeaux zu machen (4h Hin, 4h Zurück) und mein Gastvater verbringt fast jeden Tag 4h im Auto. Es ist schon etwas speziell, aber für mich von Vorteil ;)
Die letzten offiziellen Ferientage habe ich jetzt vor allem mit Lernen verbracht. Am 14. Steht nämlich das DELF an (dieses Mal B2), ein Sprachzertifikat für (wer hätte es gedacht) Französisch.
Ansonsten geht es hier langsam, aber sicher dem Endspurt entgegen. Meine letzten zwei Monate sind angebrochen und im Lycée geht es auf die BAC-Prüfungen zu, die ich ja zum Glück nicht mitschreibe. Das bedeutet allerdings, dass ich nur noch ungefähr vier Wochen in „meinem“ französischen Lycée verbringen werde, und dieser Fakt stimmt dann doch eher nachdenklich :l Aber gut; c’est la vie. Denn gleichzeitig freue ich mich unheimlich euch im Sommer alle wiederzusehen <3
Also; wir sehen und hören uns!
Zum Schluss noch zwei Schilder, die ich unheimlich lustig finde und falls jemand hier den Witz versteht, hoffe ich, dass ihr mit mir lachen könnt :D


Und ich habe es endlich mal geschafft ein Bild von meinem Klassenraum zu machen:








































